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Josef Hader - Interview mit Petra Geringer (Real Player erforderlich!).
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Frühjahr
2004 |
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Josef Hader im Sommerinterview 2003 mit Petra Geringer (Real Player erforderlich!).
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Sommerinterview
Teil 1
- "Sommer, Eis, Erinnerungen" (3:24)
Sommerinterview
Teil 2
- "Die Moderatorin / Gästebuch / Sprichwörter" (2:57)
Sommerinterview
Teil 3
- "Urlaub / Sommersport" (3:15)
Sommerinterview
Teil 4
- "Beruf & Arbeit" (2:57)
Sommerinterview
Teil 5
- "Song Contest / Kollegen" (3:05)
Sommerinterview
Teil 6
- "Starmania / Herbstinterview" (3:19)
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Presseinterviews
"Religion
ist meine Haß"http://derstandard.at/" target="_blank">DER STANDARD![]()
"Religion
ist meine Haßliebe"
Josef Hader über politisches und privates Kabarett und seine großen
Kinoprojekte: Er wird in der Verfilmung eines Wolf-Haas-Krimis den "Brenner"
spielen und danach selbst Regie führen. / FORMAT
Format: Herr Hader, seit 5 Jahren spielen Sie "Privat". Neulich
waren in Halle an der Saale ganze 48 Besucher. Ein Hinweis, mit diesem Programm
aufzuhören?
Hader: Eher ein Zeichen, nicht mehr so bald in Halle an der Saale zu
spielen.
Format: Wie war der Abend denn so?
Hader: Ich habe mich dort nicht so recht empfangen gefühlt. Keiner
war zuständig. Ich wußte nicht, ist das der Hausmeister oder der
Veranstalter, oder ist der Hausmeister der Veranstalter, oder ist der Mann
dort an der Bar der Veranstalter.
Format: In der ehemaligen DDR ist Vorsicht geboten: Oft war ein Hausmeister
in Wahrheit ein Intellektueller.
Hader: Genau. Einfache Menschen in Ostde
Sommerinterview
Teil 1
- "Sommer, Eis, Erinnerungen" (3:24)
Format: Von
produktiven Gegensätzen.
Hader: Von allen Gegensätzen.
Format: Was haben Sie also den 48 Besuchern in Halle an der Saale entgegengesetz?
Hader: Ich habe vorher viel Kaffee getrunken. Damit habe ich mich bis
acht Uhr irgendwo hingebracht. So spielt man dann auch.
Format: Wie?
Hader: Im Extremfall gehe ich hinaus und vermittle dem Publikum bewußt
als Schauspieler: "Ich habe keine Lust". Damit kann ich mich selber
umdrehen. Die alte Schauspielerweisheit: Benutzen, was da ist. Entweder ich
wache auf, oder es funktioniert auch so. Dann hat man einen totalen Spaß.
Format: Apropos: Wie sprechen Die den in Halle den in "Privat"
prominent fungierenden "Stoascheißer Koarl" aus?
Hader: Steinscheißer Karli. Man läßt nur die Diphthonge
aus.
Format: Die Diphthonge sind das Österreichische, an dem die Deutschen
würgen?
Hader: Die Diphthonge sind schon dem Hans Moser verboten worden, von
Goebbels persönlich. Der hat verordnet, daß die Wienfilme im gesamten
deutschen Sprachraum verständlich sein mußten. Aber der Moser hat
es auch leichter gehabt. Mit Theo Lingen als Partner mußt du hochdeutsch
sprechen, damit er dich überhaupt versteht.
Format: Sie hingegen sitzen allein auf der Bühne, ganz privat.
Hader: Geschrieben habe ich ein Programm, das kein Bühnenbild
hat, in dem ich mich selber spiele und un einem Lichtkegel sitze. Von da bin
ich eben auf den Märchenerzähler, den Lügenerzähhler gekommen,
auf die Urform des Theaters. "Privat" heißt das Programm nur
deswegen, weil ich wie ein klassischer Stand-up-Comedian einfach mit mir anfangen
wollte und das Publikum dann quasi privat so weit weglocken wollte, daß
es, wenn gesellschaftliche Problematiken auftauchen, auf dem falschn Fuß
erwischt wird.
Format: Wie privat ist "Privat"?
Hader: Es ist alles erlogen.
Format: Das ist gelogen.
Hader: Im Theater kann mir keiner nachweisen, was Fiktion ist und was
Wahrheit.
Format: Was ist denn wahr?
Hader: Die ersten zehn Minuten und dann ein paar Dinge. Wesentliche.
Format: Sie sind nach dem Onanieren tatsächlich immer durstig?
Hader: Nein. Ich kann nur gut schlafen.
Format: Das klingt, als hätten Sie den Katholizismus hinter sich?
Hader: Religion ist gut für Tabubrüche. Ein bißchen
geht es noch: zum Beispiel ein Thema wie die Vorhaut Jesu. Sonst ist Religion
eine Haßliebe von mir, die mich nicht ganz losläßt. Ich würde
nie aus der Kirche austreten.
Format: Das wäre zu dramatisch?
Hader: Ich habe in meiner Jugend viele klasse Pfarrer kennengelernt.
Die ersten Linken in meinem Leben waren Pfarrer. Und ich gehe in Melk im Bischöflichen
Seminar gern auf die kleine Orgel un spiele ein bisserl.
Format: Zum Beispiel Ihr beinhartes Protestlied von den Topfpflanzen,
die aufstehen sollen und sich engagieren?
Hader: Das nicht. Aber in der Jugend haben wir Wetten abgeschlossen,
daß ich auf der Orgel während der Kommunion Schlager spiele, ohne
daß es den Kirchgängern auffällt.
Format: Was steht denn eigentlich in der Maturazeitung als Ihr Berufswunsch?
Hader: Ich glaube Journalist. Ich war ja vier Monate in der Pressestelle
der Erzdiözese Wien, vor dem Zivildienst. Ich habe alle Zeitungen angeschrieben,
gemeldet haben sich nur die Katholiken.
Format: Da haben Sie dann Berichte zur Lage der Weltkirche verfaßt?
Hader: Nein, ich habe über Weihbischöfe geschrieben und was
die gepredigt haben. Ich habe die politische Meinung herausgefiltert. Viele
waren damals konservativ und finden sich jetzt am linken Rand wieder.
Format: Das liegt daran, daß Haider den Zeitgeist vor sich hertreibt.
Fällt Ihnen dazu nichts ein?
Hader: Was mir zu Haider einfällt ist einfach nicht lustig. Das
Hauptproblem ist ja, daß er so talentiert ist.
Format: Erwin Steinhauer hat unlängst in FORMAT die Rückkehr
des kritischen, politischen Kabaretts eingemahnt.
Hader: Ich finde das sehr wertvoll.
Format: In Zeiten wie diesen.
Hader: Ich für meinen Teil würde ein politisches Kabarett
nicht dann machen können, wenn es am notwendigsten wäre, sondern
wenn es niemand erwartet.
Format: Vielleicht dann, wenn alle Kollegen schon ausgewandert sind?
Hader: Ich würde nie auswandern. Ich würde sehr gern in Österreich
bleiben, wenn Haider Bundeskanzler wird, und dafür sorgen, daß
er es nicht lange bleibt.
Format: Sonst schafft er noch die Filmförderung ab.
Hader: Genau. Ich drehe ja demnächst drei Filme und dann einen
eigenen - wenn sie mich lassen.
Format: Sonst können Sie ja auch im "Kaisermühlen Blues"
mitspielen.
Hader: Da hat man mir nie eine gescheite Rolle angeboten. Ich sollte
einen Grünenpolitiker spielen.
Format: Einen Gutmenschen.
Hader: Den erschrecke ich lieber.
Format: Aber Sie sind doch selber einer.
Hader: Ich bin ein unkorrekter Gutmensch. Wenn ich vor feministischen
Frauen spiele, mache ich am liebsten Witze über Einbauküchen.
Format: Ihre Filmrollen sollen dagegn gar nicht witzig sein.
Hader: Zuerst spiele ich in Florian Flickers "Der Überfall",
einem Psychothriller mit Roland Düringer und Joachim Bißmeier.
Ich bin ein Beamter, der ein bißchen wankelmütig und ängstlich
ist.
Format: Dann spielen Sie einen Polizisten.
Hader: Der junge Regisseur Leopold Lummerstorfer macht einen Spielfilm
über eine Spezialabteilung der Polizei, die am Südbahnhof Menschen
aufgreift. So eine Art Nachkontrolle zur Grenzkontrolle. Ich bin der Leiter
von dieser Spezialabteilung: kein Arschloch, aber sehr korrekt. An dieser
Korrektheit scheitert die Figur, das macht sie interessant.
Format: Und dann spielen Sie die von Wolf Haas in vier Krimis entworfene
Figur des "Brenner" - eine gebrochene Existenz.
Hader: Der Film heißt "Komm, süßer Tod",
Regie führt Wolfgang Murnberger. Den Brenner stelle ich mir als die zurückhaltendste
dieser drei Figuren vor. Bin Mann, der sich ein bißchen in sich selbst
verkrochen hat, in sich ruhend, aber nicht selbstsicher, sondern mehr, weil
er die Welt nicht mag. Durch seine Entspanntheit und Uninteressiertheit kommt
er auf Dinge drauf, die die völlig Motivierten nicht begreifen.
Format: Das entspricht Ihrem Image.
Hader: Ja, aber der Brenner hat immer mehr um Männlichkeit bemüht
sein müssen: bei der Polizei, als Privatdetektiv, bei der Rettung. Man
muß ihm ansehen können, daß er sich zwanzig Jahre in Männergesellschaften
behaupten hat müssen.
Format: Er muß immer Härte beweisen.
Hader: Er kann sich keine Schwächen leiste. Ich arbeite mit Schwächen.
Format: Und irgendwann danach debütiert der Regisseur Josef Hader,
wenn es nach Plan geht.
Hader: Das hoffe ich. Ich habe dann mit drei Regisseuren, drei Kameraleuten,
drei Teams gearbeitet. Dann will ich es selbst probieren. Es soll um einen
Pathologen gehen, einen Zurückgezogenen, und um dessen Umgebung. Ich
spiele den Oberpathologen: schmierig, alkoholisiert, aufgedunsen. Die Rolle
des Orson Welles: Regie und Drecksau.
Format: Das klingt nicht nach Kabarettfilm.
Hader: Es soll ein ruppiger, einfacher, halbdokumentarischer Anfängerfilm
werden, ein Film, der sich was traut.
Format: Ein Abschied vom Kabarett?
Hader: Eine Abwechslung. Viele Dinge im Leben sind erklärbar mit
dem Grundbedürfinis nach Abwechslung. Im Sommer sagt der Mensch: Scheiße,
es ist so heiß. Und im Winter: Scheiße, es ist so kalt. Man will
immer das Gegenteil.
Format: Dialektisch.
Hader: Genau. Wie sie in der DDR zu sagen pflegen. Pflegten.
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"Oft
wäre das Glauben angenehm, aber..."
Vom Kabarett- zum Krimi- und Kino-Star: Ein STANDARD-
Interview mit Josef Hader
"Komm,
süßer Tod": Am Samstag endete der Dreh zu Wolfgang Murnbergers Verfilmung
von Wolf Haas' Krimi-Bestseller. Hauptdarsteller Josef Hader will nun selbst
Filmregie führen: Mit Claus Philipp sprach er über sensible Pathologen und
eine lange "Privat"-Phase.
STANDARD:
Sie wollen demnächst selbst einen Film realisieren. Was schwebt Ihnen vor?
Hader: Ein Großstadtfilm, weitgehend auf Video gedreht. Eher dreckig,
unbekümmert, fast dokumentarisch, als würde sich die Kamera immer ein wenig
ins Geschehen hineinschummeln, wie ein Voyeur. Ich könnte so auch unbelasteter
mit den Schauspielern arbeiten. Bis jetzt habe ich eine Szenenabfolge entwickelt,
ohne Dialoge, weil mir vorschwebt, dass eine Szene sich aus der anderen organisch
und überraschend ergeben soll. Und die Dialoge wären da völlig frei.
STANDARD: Und von welcher Geschichte gehen Sie aus?
Hader: Darüber kann ich nicht so gut reden, weil es ist irrsinnig kompliziert
- ähnlich wie in meinen Kabarettprogrammen, wo ich auch vom Hundertsten ins
Tausendste abschweife. Assoziativ, aber doch sehr kontrolliert. Der Betrachter
denkt in eine gewisse Richtung - und schon gebe ich den Dingen eine andere
Wendung.
STANDARD: Und dann ist man - siehe Ihr letztes Programm Privat - plötzlich
etwa im Hirn des Erzählers . . .
Hader: Genau. Ich möchte auch im Kino mit Erwartungshaltungen spielen.
Daher ist meine Geschichte nur schwer auf einen Punkt zu bringen. Eine Hauptfigur
ist jedenfalls ein Pathologe. Ich habe einmal einen getroffen, und der erzählte
mir, er hätte als Medizinstudent einem kleinen Mädchen eine Spritze geben
müssen, und das Kind habe sich derart gewehrt, dass es von drei Leuten festgehalten
werden musste. Das war so ein Schock für ihn, dass er sagte: Ich will niemandem
mehr weh tun. Daher gehe ich jetzt in die Pathologie - aus Sensibilität. Das
hat mir gefallen. Überhaupt: Seinen Beruf zu nennen ist für einen Pathologen
oft ein Problem. Und was für eine Beziehung zum Leben hat so ein Mensch, der
jeden Tag tote Körper als überschaubare Einheiten vor sich auf dem Tisch liegen
hat - und sieht: So ist es. Das ist der Mensch.
STANDARD: Warum haben Sie eigentlich seit Privat, also seit 1994 kein
neues Kabarettprogramm mehr geschrieben?
Hader: Ich hatte ein starkes Bedürfnis nach Abwechslung und Veränderung.
Und ich hab' mir gedacht, dass das Drehbuchschreiben neben dem Kabarett -
Privat konnte ich ja im ganzen deutschen Sprachraum auf und ab spielen - herlaufen
könnte. Aber irgendwie war ich plötzlich in einem Hamsterrad drin: Das Spielen
hat mich so viel Kraft gekostet, dass ich mit dem Schreiben nicht weiterkam.
Ich war irgendwie im Aus. Und es war sicher falsch, so viel Zeit meines Lebens
nur auf dieses eine Programm zu verwenden. Dabei hätte ich sogar gewusst,
wie es für mich im Kabarett weitergehen muss: mit dem Zuschauerraum als Bühne.
Mit einem Publikum, das denkt, jetzt geht's so ähnlich wie in Privat weiter,
weil schon wieder ein Piano auf der Bühne steht. Aber dann kommt es zu Defekten
und verfrühten Pausen. Kurz: Theater im Saal. Ich habe versäumt, das zum richtigen
Zeitpunkt zu schreiben.
STANDARD: Täte Ihrer Ansicht nach dem Kabarett nicht eine politische
Verschärfung gut?
Hader: Ich dachte eigentlich immer: Die Politiker sind als Thema weniger
interessant als die Wähler. Und die gesellschaftlichen Bedingungen und Stimmungen,
in denen eine gewisse Politik entsteht - sie spielen sich vorwiegend in Privaträumen
ab. Und wenn man das Thema Faschismus behandeln will, dann tut man das besser
nicht so korrekt, wie der Zuschauer sich das vorstellt: Man thematisiert also
jemanden, der genau so ist wie der Zuschauer selbst. Und das habe ich mit
Im Keller oder Privat auch versucht. Aber ob das jetzt unbedingt noch Kabarett
war? Ich stehe allein auf der Bühne, und ich spiele, und vielleicht hat das
sogar eine Wirkung. Da denke ich nicht an "Kabarett". Auf der Bühne kann man
eigentlich alles machen, was man will. Aber, wie gesagt - irgendwann war ich
doch schockiert darüber, wie lange ich jetzt schon immer das Gleiche reproduziere.
Dann sind aber die drei Filmangebote gekommen: Der Überfall von Florian Flicker,
Gelbe Kirschen von Leopold Lummerstorfer und jetzt eben Wolfgang Murnbergers
Verfilmung des Wolf-Haas-Krimis Komm, süßer Tod - und da dachte ich: Das ist
endlich die notwendige Zäsur. Jetzt nehme ich mir einfach die Zeit für das
Kino, für etwas anderes.
STANDARD: Diese drei Filme wurden von Ihnen auch einmal als Vorbereitung
für die eigene Regiearbeit bezeichnet. Was haben Sie jetzt also gelernt?
Hader: Ich habe sehr viel gelernt über die gruppendynamischen Prozesse
bei so einem Filmprojekt. Und ich habe für mich als Drehbuchautor gesehen,
welche komplexen Szenen ich mir in meinem ersten Film sicher nicht hineinschreiben
werde. Keine Actionszenen also, selbst wenn sie so lapidar gefilmt werden
wie bei Murnberger. Ich muss meine Bildsprache so wählen, dass meine mangelnde
filmische Ausbildung nicht zum Manko wird und das Unbelastete ein Vorteil
ist.
STANDARD: Und warum jetzt eigentlich diese inständige Sehnsucht nach
dem Kino?
Hader: Weil es für jemanden, der schreibt und spielt, eine gute Ausdrucksform
ist: für mich besser als Theater. Ich will die Leute fesseln, bewegen, in
eine andere Welt mitnehmen, und da ist mir der Film als Medium sehr nahe.
STANDARD: Auch in den von Ihnen vorher gepriesenen Möglichkeiten zu
gedanklichen Sprunghaftigkeiten? Worauf würden Sie denn Ihre Lust an permanenter
Irreführung des Betrachters zurückf|hren?
Hader: Vielleicht liegt es daran, dass viele Wahrheiten in meinem Leben
an mich herangetragen wurden, die ich einfach nicht geglaubt habe.
STANDARD: Weil Sie sie nicht glauben wollten?
Hader: Ja. Oder nicht glauben konnte, auch wenn das Glauben manchmal
sehr angenehm gewesen wäre. Ich bin sehr oft skeptisch und unsicher. Und ich
will, dass auch die anderen öfter unsicher sind. Ich weiß nicht, woher das
kommt. Ohne Therapie ist das schwer festzumachen. Aber ich weiß, dass ich
schon sehr früh sehr oft fremd war in diversen Umfeldern. Ich war in der Volksschule
fremd. Ich war im Internat fremd. Und wenn ich dann nach Hause kam, war ich
erst recht fremd. Dann war ich in Wien fremd - und zu Hause noch fremder.
Ich fühle mich sogar sauwohl dabei. Es ist ja sicher auch eine Form von Bequemlichkeit
zu sagen: Ich gehöre nirgends ganz dazu.
STANDARD: Daraus kommt auch kreative Energie?
Hader: Wahrscheinlich. Man würde die Fremdheit gerne loswerden. Also
behelligt man andere damit - pointiert gesagt -, (lacht) weil sie es nicht
besser haben sollen als man selbst. Oder, und das ist wohl die wahrere Antwort,
weil man schlicht Anerkennung will von den anderen.
Sie sollen sagen: Komm her da. Du bist eh einer von uns.
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